Thailand nimmt Abschied von einer seiner bedeutendsten königlichen Persönlichkeiten: Prinzessin Bajrakitiyabha Narendiradebyavati, das älteste Kind von König Maha Vajiralongkorn (Rama X.), ist am 11. Juni 2026 im King Chulalongkorn Memorial Hospital in Bangkok verstorben. Sie wurde 47 Jahre alt.
Die Prinzessin war seit Dezember 2022 nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten, nachdem sie beim Spaziergang mit ihren Hunden in Pak Chong (Nakhon Ratchasima). Fast vier Jahre lag sie im Koma. Im August 2025 hatte das Königliche Haushaltsbüro mitgeteilt, dass zusätzlich eine schwere Blutinfektion aufgetreten sei.
Ein Leben im Dienst des Landes
Geboren am 7. Dezember 1978 im Amphorn-Sathan-Palast in Bangkok, war Prinzessin Bajrakitiyabha die erste Enkelin des hochverehrten Königs Bhumibol Adulyadej (Rama IX.) und das einzige Kind von König Vajiralongkorn mit seiner ersten Frau, Prinzessin Soamsawali Kitiyakara.
Sie studierte Internationale Beziehungen an der Sukhothai-Thammatirat-Universität und erwarb einen Master of Laws an der Cornell Law School in den USA. Später promovierte sie am Chicago-Kent College of Law.
Ihre berufliche Laufbahn war außergewöhnlich vielseitig: Von 2012 bis 2014 diente sie als thailändische Botschafterin in Österreich. Danach arbeitete sie als Staatsanwältin in der Generalstaatsanwaltschaft. 2021 wurde sie in die Royal Security Command versetzt und bekleidete den Rang eines Generals.

Ihr humanitäres Vermächtnis
Internationale Anerkennung erlangte Prinzessin Bajrakitiyabha vor allem durch ihren Einsatz für Frauen in Haft. Ihr Projekt „Kamlangjai“ („Inspire“) setzte sich für inhaftierte Frauen ein – insbesondere für Schwangere und Mütter mit Babys – und half ihnen bei der Wiedereingliederung nach der Haftentlassung.
Ihr Engagement führte 2010 zur Verabschiedung der „Bangkok Rules“ durch die Vereinten Nationen – dem ersten universellen Regelwerk für die Behandlung von Frauen im Strafvollzug. Ein Vermächtnis, das weit über Thailand hinaus wirkt.
Das Königshaus hat eine offizielle Trauerperiode ausgerufen. Details zu den Beisetzungszeremonien werden in den kommenden Tagen erwartet.